Die Hodensackinfusion als besonderer Sexfetisch

Hodensack Infusion

Foto eines Hoden nach einer Hodensack-Infusion (Quelle: Wikitrader [CC BY-SA 3.0], from Wikimedia Commons)

In der Welt der Sexpraktiken existieren zahlreiche Fetische, welche den einen erregen, den anderen wiederum zusammenzucken lassen. Eine dieser Sexpraktiken ist die sogenannte Hodensackinfusion. Bei diesem Sexfetisch, welcher unter verschiedenen Namen bekannt ist, wird eine Kochsalzlösung in den Hodensack geleitet. Als Folge nimmt der Hodensack an Größe und Gewicht zu, was von den Anwendern als erotisch empfunden wird. Die spezielle Infusion ist allerdings nicht frei von Gefahren und gesundheitlichen Risiken.

Was ist eine Hodensackinfusion?

Die Hodensackinfusion gehört der Kategorie der Doktorspielchen an. Auch unter dem Namen Ballooning, Scrotal Infusion oder Saline Injection bekannt, handelt es sich um Praxis, bei welcher eine Hodensackvergrößerung mittels einer sterilen Kochsalzlösung durchgeführt wird. Die Infusion wird direkt in den Hodensack geleitet, damit sich dieser sichtlich vergrößert und an Gewicht zunimmt. Der vergrößerte Hodensack wird von den Praktizierenden als besonders erotisch empfunden. Grundsätzlich wird eine sterile Kochsalzlösung in den Hodensack geleitet, welche die gewünschte Schwellung hervorruft. Als Alternative werden inzwischen ebenso sterile Glucoselösungen für die Infusion angeboten. Je geringer die Infusionsmenge der Glucoselösung ist, desto stärker vergrößert sich der Hodensack im Gegenzug zu einer Kochsalzlösung. Zugleich besitzt die Glucoseinfusion eine längere Wirkung als die Kochsalzlösung.

Die Herkunft des Sexfetisch

Beim Ballooning bzw. bei der Hodensackinfusion handelt es sich vergleichsweise um eine ältere Sexpraxis. Ihre Geschichte reicht bis in die 1990er Jahre zurück, wo sie erstmals in Erscheinung trat. Ein genauer Ursprungszeitpunkt ist allerdings nicht bekannt. Aufgrund ihres längeren Bestehens wird die Sexpraxis noch heute öfter ausgeübt. Besonders oft findet die Praxis Anwendung in Domina-Studios, welche von ihren Kunden Anfragen bezüglich des Hoden Aufspritzens erhalten.

Das „Erregende“ an einer Hodensackinfusion

Die Anwender der Sexpraxis empfinden vor allem die deutlich größeren Hoden als besonders erregend und männlich. Durch die Saline Infusion erhöht sich das Gewicht der Hoden wesentlich, wodurch sie tiefer hängen und besonders prall aussehen. Die pralleren Hoden sehen für die Anwender imposant aus und erzeugen ein ähnliches Tragegefühl wie jenes eines Hodengewichts. Besonders verbreitet ist die Hodensackinfusion zudem im BDSM-Bereich. Bei Doktorspielen findet die Infusion häufig gebrauch als Bestrafung des Unterworfenen. Dennoch beschränkt sich die Sexpraxis nicht ausschließlich auf den BDSM-Bereich.

Wie wird eine Hodensackinfusion durchgeführt?

Für die Hodensackinfusion werden sterile Instrumente sowie eine sterile Saline bzw. Kochsalzlösung benötigt. Durchschnittlich genügen 200 ml Kochsalzlösung, um den Hodensack aufspritzen und die Hoden vergrößern zu können. Beginner der Sexpraxis benötigen am Anfang weniger Lösung. Die Infusion kann dabei selbstständig oder von einer zweiten Person durchgeführt werden. Mittels Infusionsnadel wird die Saline in die zwei getrennten Kammern des Hodensacks geleitet. Als Einstichstelle eignet sich eine Stelle am unteren Penisansatz, welche in die Richtung der Hoden zeigt. Da sich die Hoden durch das Befüllen zunehmend vergrößern und schwerer werden, verschiebt sich die Infusionsnadel kaum eigenständige. Als Folge treten größere Blutergüsse nur selten auf. Beim Einstechen sollte darauf geachtet werden, nur den Hodensack ohne die Hoden zu erwischen. Um zu verhindern, dass die Saline in die Hoden gelangt, können diese zuvor leicht abgebunden werden. Anschließend wird die Kochsalzlösung langsam in den Hodensack eingeleitet. Da sich der Hodensack durch die Infusion streckt, kann beim Anwender ein Ziehen auftreten, welches nach einiger Zeit wieder vergeht. Ebenfalls kann das Gefühl einer vollen Blase eintreten. Sobald die gesamte Saline eingeleitet wird, muss lediglich die Infusionsnadel entfernt werden.

Anhaltende Wirkung einer Hodensackinfusion

Die Wirkung einer Hodensackinfusion hängt wesentlich von der Flüssigkeitsmenge ab. Je mehr Flüssigkeit eingeleitet wurde, desto länger hält die Hodensackvergrößerung an. Grundsätzlich benötigt der Körper mehrere Tage, bis er die Saline vollständig abgebaut hat. Mit einer geringen Flüssigkeitsmenge verschwinden die schweren Hoden somit rascher. Möchten die Anwender für einen längeren Zeitraum ihren Hodensack vergrößern, müssen sie mehr Flüssigkeit einleiten.

Nebenwirkungen und Gefahren

Grundsätzlich geht keine gesundheitliche Gefahr von einer Hodensackinfusion aus, wenn diese ordnungsgemäß durchgeführt wird. Die Infusion sorgt dafür, dass sich aufgrund der Flüssigkeitsmenge die Hoden strecken. Der Körper baut die Flüssigkeit nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit ab. In der Regel dauert es einige Tage, bis der Körper die Flüssigkeit abgebaut hat und die Schwellung zurückgegangen ist. In diesem Zeitraum ist es wichtig, den Hodensack genau zu beobachten, da eine Wahrscheinlichkeit für eine Infektion trotz steriler Instrumente besteht. Um Infektion zu vermeiden, sollten stets sterile Instrumente verwendet werden. Ein besonders hohes Risiko besteht für die sogenannte „Fournier’sche Gangrän“. Diese Infektion bezieht sich nicht nur auf den Hodensack und den Hoden, sondern wandert durch sämtliche Hautschichten des Hodens mitsamt umgebender Weichteile. Als Folge können große Anteile der Haut absterben und schwere Komplikationen auftreten. Wird die Infektion nicht behandelt, kann unter Umständen sogar der Tod des Anwenders eintreten. Eine generell schwere Infektion ruft zugleich nicht automatisch eine Wahrscheinlichkeit auf den eigenen Tod hervor. Eventuell tritt jedoch eine verminderte Zeugungsfähigkeit des Anwenders auf. Bilden sich ergänzend Hämatome, brauchen diese meist länger, bis sie vollständig abgeklungen sind.

Außerdem kann nicht jeder Liebhaber des Sexfetisch diesen auch ausüben. Männer mit einem behandelten Hodenhochstand, welcher durch eine Orchidopexie behoben wurde, ist es verboten, die Praxis anzuwenden. Durch die Korrektur ist der Hoden nicht mehr frei beweglich, da er am Hodensack angewachsen ist. Wird die Infusion in den Hodensack geleitet, vergrößert sich dieser. Dadurch sorgen die Anwender absichtlich dafür, dass sie ihren Hodensack strecken. Aufgrund der Dehnung des Hodensacks kann allerdings der Hoden absterben. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass bei der Hodensackinfusion tatsächlich nur der Hodensack mit der Infusion versehen wird. Obwohl die Praxis den Beinahmen Hodeninfusion trägt, sollte die Flüssigkeit nie direkt in den Hoden geleitet werden, da dort die Spermienbildung stattfindet. Der auftretende Druck der Infusion sorgt dafür, dass die Spermienbildung und folglich die Zeugungsfähigkeit abnimmt.

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