Feeding – Der Fetisch des Fütterns

Essen spielt im Leben jedes Menschen eine bedeutende Rolle. Auch im Sexualleben kann Essen einen ganz besonderen und zugleich eigenen Stellenwert einnehmen. Der Fetisch Feeding setzt dabei das Füttern einer anderen Person in den Mittelpunkt. Der sogenannte Feeder füttert den Feedee an, bis dieser deutliches Übergewicht erreicht. Dieses wiederum wird als sexual attraktiv angesehen. Dennoch birgt Feeding vor allem gesundheitliche Risiken, welche sich meist erst nach einiger Zeit zeigen.

Was ist Feeding?

Als Feeding, auch bekannt unter den Bezeichnungen Feederism, Fat Admiration und Fat Fetishism, wird eine besondere Art von Fetisch bezeichnet, welche vor allem das Anfüttern einer anderer Person ins Zentrum stellt. An dieser Form des sexuellen Verhaltens sind der sogenannte Feeder oder Fütterer sowie der Feedee oder Gefütterte beteiligt. Ziel der Ausführung ist es, den Feedee so lange anzufüttern, bis dieser ein deutliches Übergewicht erreicht. Dieses wiederum wird als sexuell attraktiv empfunden und sorgt beim Feeder wie Feedee für eine sexuelle Erregung. Obwohl Feeden mit deutlichem Übergewicht verbunden ist, existieren mehrere Ausformungen des Fetisches. Er beginnt bereits bei leichtem Übergewicht und kann bis zu einer extremen Form von Adipositas ausarten. Der Fetisch beschränkt sich dabei nicht auf eine bestimmte Art an Beziehung, obwohl er meist in heterosexuellen Beziehungen ausgelebt wird. In der Regel übernehmen Männer die Rolle des Fütternden und planen bewusst, Frauen zu mästen. Die Feeders Fantasy kann zudem in Einzelfällen dazu führen, dass der Gefütterte durch unmäßiges Essen sein Wunschgewicht erreicht. In diesen Fällen wünscht dies der Partner allerdings nicht.

Der Kick für Feeder und Feedee

Beim Feeding-Fetisch spielt nicht das Essen und die Nahrungsaufnahme an sich die zentrale Rolle, sondern das erzielte Endergebnis in Form von Übergewicht. Die für den Feeder und für den Gefütterten als sexuelle Handlung empfundene Tätigkeit beinhaltet kalorienreiche Speisen, welche ein Übergewicht beim Feedee verursachen sollen. Sowohl beim Fütterer wie beim Gefütterten liegt eine Paraphilie, eine psychische Störung vor. Hierbei begehrt der Feeder, meist ein normalgewichtiger Mann, eine übergewichtige Frau. Die emästete Frauen sind zu Beginn der Beziehung meist nicht oder nur gering übergewichtig. Der Fütternde mästet sie im Zuge der Beziehung zur Fettleibigkeit, wobei das Füttern im gegenseitigen Einvernehmen geschieht. Häufig wird von den Partnern der Akt des Feetings als Ritual bezeichnet, sodass heimliches Füttern nur in Ausnahmefällen durchgeführt wird.

Force-Feeding vs. Love-Feeding

In der Regel handelt es beim Feeding um Love-Feeding. Sowohl der Fütterer wie der Gefütterte hegen den Wunsch einer Gewichtszunahme beim Feedee. Aus diesem Grund bereitet der Feeder häufig kalorienreiche Speisen zu, welche er anschließend verfüttert. Meist handelt es sich beim Feeder um einen Mann, welcher seine Partnerin füttert. Doch auch Frauen übernehmen gelegentlich die Rolle des Feeders. Zu Beginn der Beziehung besitzt der Gefütterte meist ein Normalgewicht, welches konsequent mit liebevoll zubereitetem Essen bis zum Übergewicht gesteigert wird. Selten kann es jedoch dazu führen, dass der Partner Force-Feeding betreibt. Hierbei hegt der Gefütterte keinen Wunsch, Teil des Fetischverhältnisses zu werden. Dennoch wird er weiterhin gefüttert, selbst wenn dieses heimlich durch das Unterrühren kalorienreicher Zutaten im täglichen Essen geschieht. Der Fütternde plant lediglich, dass sein Partner jenes Gewicht erreicht, welches ihm sexuell erregt. Bei enormen Übergewicht entsteht zudem ein Abhängigkeitsverhältnis aufgrund der Tatsache, dass viele Gefütterte ihren Lebensalltag nicht mehr ohne den Partner bestreiten können.

Die Fettfetisch-Szene

Das Feeden gilt als ein eher geheimer Akt. Obwohl inzwischen mehrere Untersuchungen durchgeführt werden, wird er nur selten komplett offen ausgelebt. Liebhaber des Feeding-Fetischismus suchen sich häufig Gleichgesinnte auf eigenen Onlineplattformen oder Foren. Hierbei existieren Postings für Fütterer und Gefütterte, welche einen festen Lebenspartner oder lediglich einen Feeding-Partner suchen. Anhand der Beteiligung in den Onlineforen lässt sich hierbei deutlich erkennen, dass die Rolle des Fütternden häufig von einem Mann übernommen wird, welcher sich an emästete Frauen erregt.

Dominanz und Abhängigkeit beim Feeding

Feeden lässt sich zwar keiner eindeutigen Krankheitskategorie zuordnen. Dennoch liegt sowohl beim Feeder wie beim Feedee eine obsessive Sucht vor. Diese wird von Psychologen als eine Abhängigkeitsbeziehung eingestuft, in welcher der Fütterer eine dominante, der Gefütterte hingegen eine unterwürfige Rolle übernimmt. Der Feeder ist in einer Feeding-Beziehung seiner Partnerin oder seinem Partner gegenüber dominant und füttert diesem aktiv. Der Gefütterte hingegen besitzt eine körperliche wie psychische Abhängigkeit gegenüber seinem dominanten Partner. Aufgrund des zunehmenden Übergewichts leidet das Sozial- wie Alltagsleben des Gefütterten nach einiger Zeit massiv. Besonders bei einem hohen Übergewicht ist der Feedee nicht mehr in der Lage, eigenständig zu leben und ist auf die Betreuung durch seinen Partner angewiesen. Das Machtverhältnis reguliert sich hierbei nie, wodurch die Abhängigkeit nur schwer beendet werden kann.

Risiken beim Feeding

Der Feeding-Fetisch birgt zahlreiche gesundheitliche Risiken für den Gefütterten, welche jedoch meist erst nach einer gewissen Zeit auftreten können. In manchen Fällen ist das Feeden in der Lage, bleibende gesundheitliche Schäden oder gar den Tod des Gefütterten hervorzurufen. Typische gesundheitliche Probleme sind unter anderem Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nimmt das Feeden ein schlimmes Ausmaß, kann der Fetisch die Bettlägerigkeit des Gefütterten verursachen. Bezüglich psychischer Probleme kann eine Abhängigkeit sowohl zum Partner wie zum Essen entstehen, welche nur durch eine entsprechende Therapie behandelt werden kann

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