Windelfetisch

Autonepiophilie – wenn Erwachsene wieder zum Baby werden

Viele Erwachsene träumen davon, noch einmal Kind zu sein. Der Wunsch, wie ein Säugling gepflegt und umsorgt zu werden, leben sie häufig als Teil ihres Sexuallebens aus. Autonepiophilie, auch bekannt als adultes Babysyndrom, bezeichnet entweder einen Windelfetisch oder die Verkörperung eines Säuglings oder Kleinkindes. Die Gründe für das erotische Ageplay können dabei unterschiedlich ausfallen. Um den Fetisch auszuüben, existieren sogar eigene Bordelle und willige Wickelnde. Dennoch muss beim Windelfetisch auf die gesundheitlichen Risiken geachtet werden.

Was ist der Windelfetisch?

Der Windelfetisch, in der Fachsprache unter Autonepiophilie oder adultes Babysyndrom bekannt, zählt zu den außergewöhnlicheren Sexualpraktiken. Er ist dem Bereich des erotischen Ageplay zuzuordnen. Auch unter dem Begriff Diapler Lover bzw. DL, Babyspiel oder Babyplay bekannt, nehmen Erwachsene die Rolle eines Säuglings und Kleinkindes ein. Betroffene werden als Adult Baby oder AB bezeichnet. Hierbei hegen die Betroffenen kein Interesse an kleinen Kindern, sondern versetzen sich im Zuge des Rollenspiels in die Rolle eines Kleinkindes oder Säuglings. Die Gründe für den Windelfetisch sind bis heute nicht deutlich definierbar. Vermutungen zufolge verspüren Erwachsene die Lust, noch einmal Kind zu sein, wenn diese ihre Kindheit nicht richtig ausleben konnten. Ebenfalls kann eine Angst vor dem Erwachsensein den Fetisch hervorrufen. Nur in den seltensten Fällen wir Autonepiophilie psychologisch behandelt. Der Großteil der Praktizierenden führt das adulte Babysyndrom im Geheimen aus. Dabei entstehen keine Schäden an den Betroffenen oder ihrer Umgebung.

Der Grund hinter Autonepiophilie

Autonepiophilie wird von Männern und Frauen ausgeübt. Meist handelt es sich beim Gewickelten um den Mann, welcher in der Rolle des Kleinkindes oder Säuglings von der Frau oder Wickelnden umsorgt wird. Literarische Quellen weisen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts Männer auf, welche für ihre Befriedigung Bordelle aufsuchen, sich dort als Säugling verkleiden und von den Frauen vor Ort umsorgt werden. Die Betroffenen brächten hierbei Utensilien wie Windeln, Fläschchen, passende Säuglingskleidung und Spielzeug mit. Die Pflege bestünde darin, dass das erwachsene Baby sich in die Windeln macht und anschließend von der Frau gesäubert, gebadet und gefüttert wird.

Andere Betroffene erregt nicht das Rollenspiel als Säugling bzw. Kleinkind, sondern die Ausstattung für eben diese. Diese empfänden laut den literarischen Quellen Kinderzeug wie Kindergewand, Bettwäsche oder andere Säuglingsausstattung als sexuell erregend. Auch das Tragen von Windeln sowie die Erleichterung in diese wird von vielen als sexuell erregend empfunden. Häufig masturbieren die Betroffenen in ihrer Verkleidung oder zu den Kindersachen. Ob und inwiefern der Geschlechtsverkehr mitsamt Koitus ausgeübt wird, unterscheidet sich bei jeder Person mit Autonepiophilie.

Wird Autonepiophilie nicht durch ein Rollenspiel ausgeübt, ist sie als Windelfetisch bereits vorhanden, wenn die Praktizierenden Windeln mit oder ohne Gummihosen tragen. Hierbei verspüren diese keine Neigung bezüglich sadomasochistischer oder rollenspielerischer Komponenten. Autonepiophilie kann zudem in Kombination mit anderen sexuellen Praktiken oder Fetischen ausgeübt werden. Komponenten aus der sexuellen Dominanz und Unterwerfung sowie der erotischen Laktation können Teil des Szenarios werden. Häufige Überlappungen zwischen den verschiedenen Bereichen führen dazu, dass keine klare Abgrenzung existiert.

Windelfetisch Babyfetisch

Besonderheiten und Abwandlungen des Windelfetisch

Bei der Autonepiophilie wird stets eine Form des sexuellen Infantilismus ausgelebt. Liebhaber des Fetisches tragen vor allem freiwillig Windeln, ohne dass diese von medizinischer Notwendigkeit sind. Die Windeln dienen allerdings nicht nur dem Tragegefühl, sondern werden ebenso für Ausscheidungen verwendet. Kleinkindverhalten spielt eine untergeordnete Rolle, wird dennoch auch häufig praktiziert. Dazu zählen hauptsächlich das Trinken aus dem Babyfläschchen, Krabbeln und das Umsorgen durch „Mami“ oder „Papi“. Standardmäßige Sexualbefriedigung in Form von Sex kann bei Autonepiophilie vorkommen. Manche Betroffene ziehen ihre Befriedigung hingegen aus der Fetischhandlung selbst.

Sexueller Reiz für das „Baby“ und den „Wickelnden“

Bezüglich sexueller Reiz wird bei Autonepiophilie zwischen Männern und Frauen unterschieden. Männer erregt das adulte Babysyndrom meist sexuell, wodurch sie durch das Spiel sexuelle Stimulation suchen. Viele Männer entdecken den Fetisch bereits im Alter von 11 bis 13 Jahren. Der sexuelle Reiz wird in der Regel durch Kleinkindausstattung hervorgerufen. Frauen übernehmen hingegen in der Regel die Rolle der Wickelnden bzw. Pflegeperson. Für sie steht nicht die Lustbefriedigung im Vordergrund, sondern ein besonders intensives Beziehungserlebnis mit dem Partner. Mehr Frauen hegen deshalb den Wunsch, ihren Partner in diese Fetischhandlung miteinzubeziehen. Hierbei tritt auch der Fall ein, dass die Frau das Baby bzw. die Wickelnde wird und von ihrem Partner als dominanter Vater umsorgt und erzogen wird. Viele Frauen bemerken den Fetisch im Alter von 12 bis 16 Jahren.

Bordelle und Dominas für den Adult Play / Windelfetisch

Möchten Interessenten und Liebhaber des Windelfetisch diesen ausüben, wenden sie sich häufig zunächst an den eigenen Partner. Ist dieser nicht vorhanden oder möchte dieser nicht bei den Rollenspielen mitmachen, können sich Interessenten ebenfalls an eigene Bordelle und Dominas für den Windelfetisch wenden. Entsprechende Internetforen sorgen nicht nur für den Interessensaustausch. Auch der Verweis auf willige Dominas oder auf Bordelle mit entsprechenden Rollenspielen können aus den Foren entnommen werden. Zugleich besitzen die Foren Hinweise, welche Onlinehändler Kleinkindausstattung in Erwachsenengröße anbieten.

Risiken von Autonepiophilie

Anders als bei vielen Fetischen existiert bei Autonepiophilie kein gesundheitliches Risiko. Betroffene berichten, dass das Ausleben ihres Fetisches keine Probleme verursacht. Ebenfalls tritt kein Unwohlsein auf. Dennoch sollte vor allem beim Windelfetisch auf entsprechende Hygiene geachtet werden. Gleich wie bei Säuglingen kann ein Windelausschlag auftreten, welcher eine Behandlung durch eigene Salben oder Cremes hervorruft. In der Regel benötigen die Betroffenen ebenso keine therapeutische Behandlung, da sich die Liebhaber des adulten Babysyndroms ihre Säuglings- bzw. Kleinkindrolle selbst aussuchen und den Wunsch verspüren, noch einmal ein Säugling zu sein. Die Neigung beeinträchtigt die Liebhaber nicht oder schadet andere Personen. Wird Autonepiophilie allerdings dauerhaft praktiziert oder möchten die Betroffenen nicht mehr aus ihrer Rolle schlüpfen, sollte therapeutische Hilfe gesucht werden.

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